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Die Verarbeitende Industrie

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Die Verarbeitende Industrie

Auch die Verarbeitende Industrie Indonesiens ist von der globalen Finanzkrise betroffen. Die Schwäche der Weltwirtschaft hat dazu geführt, dass der Export der verarbeitenden Industrie   zurückgegangen ist. Somit mussten viele Mitarbeiter in der verarbeitenden Industrie entlassen werden, weil die Fabriken nicht ausreichend ausgelastet sind. Neben der Weltmarktschwäche hat die verarbeitende Industrie in Indonesien Probleme durch steigende Produktionskosten aufgrund hoher Preise für Kraftstoffe und Rohstoff.  Die Schwächung der Landeswährung Rupiah verteuert zudem den Einkauf im Ausland. Darunter leidet insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit der Branchen, die stark auf importierte Rohstoffe angewiesen sind, wie  die Stahl-industrie, die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie und die Textilindustrie. Alle genannten Faktoren führen dazu, dass die Unternehmen der Verarbeitenden Industrie sowohl Probleme beim Export haben, als auch auf dem heimischen Markt, wo sich der Wettbewerb deutlich verschärft hat

Die Entwicklung der Verarbeitenden Industrie 2008

Das Wachstum der Verarbeitenden Industrie sank im zweiten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahres-zeitraum von 5,17 Prozent auf 4,14 Prozent. Ohne den Öl- und Gassektor fiel der Rückgang noch stärker aus, von 4,49 (2007) auf 0,65 Prozent. Das größte Wachstum innerhalb der verarbeitenden Industrie (ohne den Öl- und Gassektors) verzeichnete mit 15,82 Prozent der Bereich Fahr-zeugbau, Maschinenbau und andere Geräte, gefolgt von dem Bereich Düngemittel, Chemie und Kautschukprodukte mit einem Wachstum von 3,49 Prozent, dann der Eisen- und Stahlindustrie mit 2,98 Prozent sowie Papier und Druckerei mit einem geringen Wachstum von 0,42 Prozent.

Wenn man den Anteil ein-zelner Sektoren des Verar-beitenden Gewerbes (ohne Öl und Gas) betrachtet, so fällt auf, dass 2008 der Sektor Fahrzeug-, Maschinenbau- und Schwer-industrie an erster Stelle stand mit einem Beitrag von 29,80 Prozent am gesamten BIP der verarbeitenden Industrie (ohne Öl und Gas), gefolgt von der Nahrungs-mittel-, Getränke- und Tabakindustrie mit einem Anteil von 28,87 Prozent sowie des Düngemittel-, Chemie- und Gummisektors mit 13,46 Prozent. Der Anteil der übrigen Sektoren be-trug weniger als  10 Prozent.

Die durchschnittliche Produktionsauslastung des Verarbeitenden Gewerbes betrug 2008 71,12 Prozent. Die  höchste Produktionsauslastung verzeichnete der Sektor Metalle, Eisen- und Stahlherstellung mit 82,50 Prozent.

 

Steigerung der Nicht-Öl-Exporte aufgrund höherer Preise

Obwohl die Nachfrage auf dem Inlandsmarkt seit 2007 abebbte, war der Export (ohne Öl- und Gas) eine der wichtigen Stützen der indonesischen Wirtschaft. Zwar verlangsamte sich das Exportwachstum 2008, war aber immer noch positiv. Ein wichtiger Grund war der steigende Ausfuhrwert verschiedener Erzeugnisse infolge der bis Mitte 2008 ansteigenden Weltmarktpreise.

 

Investition

Die Summe der realisierten inländischen Investitionen ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.  Trotz erfolgreicher Ausweitung der Projekttätigkeit gingen die Direktinvestitionen einheimischer Firmen 2008 gegenüber dem Vorjahr um 41,6 Prozent auf umgerechnet knapp 2,3 Milliarden US-Dollar zurück. Im Gegensatz zu den inländischen Investitionen stiegen die ausländischen Direktinvestitionen an und erreichten 2008 mit insgesamt 14,9 Milliarden US-Dollar eine historische Rekordhöhe. Der Anstieg belief sich gegenüber 2007 auf knapp 44 Prozent. Damit wurde nicht nur eine historische Rekordhöhe bei den Engagements internationaler Firmen erreicht, sondern auch das für 2008 von der Regierung gesetzte Ziel von 5,4 Milliarden US-Dollarweit überschritten. Die Zahl der Projekte erhöhte sich im Jahresvergleich von 982 auf 1.138.

 

Inländische Investitionen

Im Zeitraum Januar bis Juni 2008 bevorzugten inländische Investoren die Lebensmittelindustrie sowie den Sektor Metalle,  Maschinen und Elektronik. Beide Sektoren hatten bereits im ersten Halbjahr 2008 über 1 Billionen Rupiah an Investitionen angezogen. Die Lebensmittelindus-trie war in diesem Zeitraum Spitzen-reiter mit mehr als 3,8 Billionen Rupiah, während  der  Wert anderer Branchen unter 1 Billionen Rupiah betrug. Dieser Trend lässt sich auch an der Zahl der Projekte absehen, dort liegt der Lebensmittelsektor mit 23 Projekten an erster Stelle, gefolgt vom Sektor Metalle, Maschinen und Elektronik mit 17 Projekten, während die  Zahl der Projekte in anderen Industriezweigen weniger als 10 Projekte betrug.

 

Ausländische Investitionen

Die stärkste Zunahme realisierter Investitionen erfolgte im Dienstleistungssektor. Die Direktinvestitionen in die verarbeitende Industrie verzeichneten einen leichten Rückgang. Erfolgreich ausgebaut wurden im Gesamtjahr 2008 die Engagements im Bereich der Metalle, Maschinen und Elektronik (1.281 mio. US-$). Nahezu verdoppelt wurden ferner die Investitionen in die Kfz-Branche (756 mio. US-$). Demgegenüber sanken die Investitionen in die pharmazeutische Industrie sowie im Bereich der Lebensmittel und  Papier- und Druckindustrie. Von der Zahl der realisierten Projekte war der Metal-, Maschinen- und Elektronikindustrie mit 56 Projekten an der Spitze, gefolgt von Textilindustrie mit 39 Projekten und die Kautschuk-und Kunststofftechnologie mit 22 Projekten.

 

Fiskalpolitische Impulse

Um das Wirtschaftswachstum des verarbeitenden Gewerbes zu unterstützen, hat die Regierung  mehrere Fiskalmaßnahmen beschlossen, die im Januar 2009 in Kraft traten. 31 Branchen  wurden ausgewählt, die eine finanzielle Förderung  von insgesammt 12,5 Billionen Rupiah erhalten sollten. 17  Branchen werden gefördert, in dem sie von der Mehrwertsteuer befreit werden, weitere 14 Branchen werden von Einfuhrzöllen befreit. Diese Befreiung hat einen geplanten Umfang von 2,4 Billionen Rupiah. Für den Fall, dass ein höherer Förderungsbedarf besteht, hat die Regierung vorsoglich weitere 38 Billionen Rupiah bereit gestellt. Weitere 50 Billionen stehen speziell für die verarbeitende Industrie zur Verfügung, falls Unternehmen Unter-stützung benötigen.

 

 

Das Verarbeitende Gewerbe   2009


Zement-Industrie

Das Wachstum der Zementindustrie betrug bis Ende 2008 immer noch stattliche 11 Prozent.  Allerdings wird es schwierig werden dieses Niveau 2009 zu halten, da fast alle nachfragenden Sektoren einschließlich des Bereichs Immobilien von der  globalen Finanzkrise betroffen sind. Der staatliche Zementhersteller Semen Gresik ist der größte Zement-hersteller in Indonesien mit einem Marktanteil von über 45 Prozent.  95 Prozent seiner Produktion ist für den lokalen Markt bestimmt. Für dieses Jahr erwartet Semen Gresik eine Produktionssteigerung von 1,6 Prozent gegenüber 2008.

Indocement erwartet mit 0 bis 5 Prozent ein geringeres Produktions-wachstum als ursprünglich ange-nommen. Dennoch hat Indocement am Bau einer neuen Zementfabrik in Cirebon mit einer Produktionskapazität von 1,5 Millionen Tonnen festgehalten. Die neue Fabrik, die für umgerechnet rund 50 Millionen US-Dollar gebaut wurde, wird noch in diesem Sommer fertiggestellt sein. Die größte Nachfrage nach Zement stammt derzeit aus dem Infrastrukturbereich  (15 Prozent).

 

Automobilindustrie

Das Jahr 2008 war ein hervor-ragendes Jahr für die Automobilindustrie. Nach Angaben des Ver-bandes der indonesischen Kfz-Industrie Gaikindo (Gabungan Industri Kendaraan Bermotor Indo-nesia) wurden im Zeitraum vom Januar bis November 2008 568.150 im Inland produzierte Fahrzeuge verkauft. Das bedeutet  einen enormen Zuwachs gegenüber 2007, wo im gesamten Jahr lediglich 432 Tausend Fahrzeuge verkauft wurden. 2009 wird aber eher ein Absatzrückgang zu erwarten sein. Nach wievor dominieren die Vans (oder Multi-Purpose Vehicle) die Nachfrage. Die Branche setzt besonders auf die Entwicklung günstigerer und sparsamerer Modelle.

Um die steigende Nachfrage nach Vans in den ASEAN-Staaten erfüllen zu können,  plant Volkswagen größere Investition in Indonesien. Als erster Schritt dieser Zusammenarbeit erfolgt das Launching von "VW Touran Indonesien" in Jakarta am 28. Mai 2009. Gemeinsam mit dem indonesischen Partnerunternehmen Indomobil wird eine lokale Fahrzeug-montage (Completly knocked-down) in der Industriezone Pulo Gadung,  Jakarta errichtet. Ab 2012 wird möglicherweise in einem weiteren Schritt die Montage von weiteren Modellen des Volkswagenkonzern vollzogen.

 

Düngemittelindustrie

Die Düngemittel-Industrie ist eine der wenigen Branchen, die nicht von der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise betroffen ist. Der Grund dafür ist eine hohe Inlandsnachfrage. Darüber hinaus  hat die Regierung  ein Revitalisierungsprogramm zur Steigerung der Ertragskraft der Landwirtschaft aufgelegt.  Für 2009 erwartet die Regierung das der Bedarf der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch einheimische Produktion gedeckt werden kann, unter anderem bei Reis und Mais. Dies führt auch im aktuellen Jahr zu einer hohen Nachfrage  nach  Düngemitteln. Um die Nachfrage decken zu können, plant die Regierung die Errichtung neuer Düngemittelfabriken. Die staatlichen Her-steller von Harnstoffdünger PT Kali-mantan Timur  und PT Pupuk Iskandar Muda wurden von der Regierung aufgefordert, ihre Produktion für 2009 auszuweiten. Es wird eine Düngemittelproduktion von 7 mio. Tonnen angestrebt, 2 mio. Tonnen mehr als ursprünglich angesetzt. Neben dem hohen Bedarf, der beim Anbau von Nahrungsfrüchten entsteht, bleibt auch  der Bedarf der Palmölplantagen nachwievor hoch, obwohl der Export von Palmöl zurückgegangen ist.

Aktualisiert ( Samstag, den 31. Juli 2010 um 05:19 Uhr )  

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