Die Agrarindustrie in Indonesien verzeichnete in 2008 ein stabiles Wachstum, obwohl der Einfluß der globalen Wirtschaftskrise sich spürbar negativ auf die Weltmarktpreise ausgewirkt hat. Gleichzeitig kam es zu einem Rückgang der Nachfrage. Insbesondere der Handel mit Kaffee, Kakao und Tee lief im vergangenen Jahr sehr erfolgreich.
Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Entwicklung der genannten Pro-dukte:
KAKAO
Mit einer Ernte von 495.00 Tonnen war Indonesien 2008 nach der Elfenbeinküste (1.382.00 Tonnen) sowie Ghana (729.00 Tonnen) drittgrößter Kakaoproduzent der Welt. Ein Großteil der indonesischen Exporte geht nach Europa – einschließlich Deutschlands sowie nach Japan, Malaysia und Singapur. Nach Deutschland führte Indonesien 2008 707 Tonnen Kakao aus. Diese Menge wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Der Weltmarktpreis für Kakao lag 2008 bei durchschnittlich 1.917 Euro pro Tonne. Die Hauptanbaugebiete für den indonesischen Kakao liegen in den Re-gionen Papua, Ostkalimantan, Zen-tralsulawesi, Südostsulawesi sowie auf den Molukken.
Um die Produktivität zu steigern hat die indonesische Regierung ein Programm zur Verjüngung der Pflanzen sowie zur Rehabilitation und Erweiterung der Anbaufläche verabschiedet. So konnte im vergangenen Jahr die Anbaufläche bereits um 23.000 ha erweitert werden. Auf 10.000 ha wurden die Kakaopflanzen verjüngt und 6.500 ha Anbaufläche wurden revitalisiert. Es ist beabsichtigt bis Ende 2010 eine Erweiterung der Anbaufläche um 200.000 ha auf insgesamt 1,1 Millionen Hektar zu erreichen. Bis 2020 wird eine Gesamtanbaufläche für Kakao von 1,4 Millionen Hektar angestrebt. Damit können in Zukunft jährlich 2 Millionen Tonnen Kakao produziert werden, womit Indonesien die Elfenbeinküste als weltgrößten Kakaoproduzenten ablösen würde. Kakao aus biologischem Anbau wird in der Provinz Aceh angebaut. Der Bio-Kakao wurde auf der Biofachmesse in Nürnberg im Februar 2009 das erste Mal in Deutschland vorgestellt und stieß dabei auf großes Interesse und Anerkennung. Der Anbau von Kakao ohne die Verwendung von Chemikalien wurde durch die Gesell-schaft für Techni-sche Zusammenarbeit (GTZ) initiiert und wird von der Kooperative “Co-operative Organic Cacao Aceh” betrieben. Die Zusammenarbeit von der GTZ und der Kooperative in Aceh ist Teil der deutschen Wiederaufbauhilfe nach dem verheerenden Tsunami von 2005.
KAFFEE
Bei der Nachfrage auf dem Weltmarkt dominiert die Kaffeesorte Arabica. Daher wurde die Anbaufläche in Indonesien im vergangenen Jahr für diese Sorte insbesondere in Nordsulawesi erweitert. Gegenwärtig exportiert Indonesien zwischen 300.000 und 450.000 Tonnen Kaffee jährlich. Damit ist Indonesien nach Vietnam, Kolumbien und Brasilien viertgrößter Kaffeeexporteur der Welt. Die Hauptabnehmerländer sind die Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan und Italien. Deutschland importierte 2008 92.362 Tonnen Kaffee aus Indonesien. Die Kaffeeproduktion wird von Klein-bauern dominiert, die jährlich einen Ernteertrag von 627.000 Tonnen erwirtschaften.
Kopi Luwak
Indonesien ist der einzige Produzent der exklusiven Kaffeesorte Kopi Luwak. Es werden damit aus-schließlich die Kaffeefrüchte bezeichnet, die von einer bestimmten Schleichkatzenart (Luwak) gefressen und wieder ausgeschieden werden. Von den Kaffeefrüchten kann der Luwak aber nur das Fruchtfleisch verdauen, die Kaffeebohnen werden wieder ausgeschieden. Im Darm dieses Tieres sind die Kaffeekirschen einer Nassfermentation durch Enzyme ausgesetzt, welche die Geschmacks-eigenschaften ändert. Der Kaffee stammt von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi. Jährlich wer-den nur rund 230 Kilogramm hergestellt, wodurch sich der hohe Preis von etwa 300 Euro pro Pfund Kaffee erklärt.
Kopi Luwak ist ein typisch indonesisches Produkt mit herausragenden natürlichen Eigenschaften, so dass diese Kaffeesorte als eingetragene regionale Spezialität gilt. Wobei nachfolgend noch die Herkunftsregion angegeben wird, „Kopi Luwak Lampung“, „Kopi Luwak Mandailing“ und „Kopi Luwak Gayo“, weil jede einzelne Region über eine unterschiedliche Geschmacksnote verfügt.
Kopi Luwak ist inzwischen auch in Deutschland ein Begriff. Verschiedene Importeure führen die Kaffesorte in Ihrem Sortiment. Kaffeegenießer, die Kopi Luwak oder andere indonesische Kaffesorten ausprobieren möchten, können diese über mehrere Anbieter aus Hamburg beziehen.
TEE
Tee ist ein bedeutendes Produkt für die indonesische Wirtschaft, da es ein sehr großes Wachstumspotenzial besitzt. Indonesien war 2008 mit einem Marktanteil von sechs Prozent der fünftgrößte Tee-produzent der Welt, nach China, Indien, Kenia und Sri Lanka. Deutschland importierte im vergangenen Jahr 8050 Tonnen Tee aus Indonesien, womit Indonesien nach China zweitwichtigster Lieferant der Bundesrepublik ist.
Die indonesische Anbaufläche für Tee verteilt sich auf 60.000 Hektar, die von Kleinbauern betrieben werden (ca. 44% der Gesamtfläche), 44.000 Hektar, die von Staatsbetrieben bewirtschaftet werden (32%) sowie 32.000 ha, die sich im Besitz der Privatwirtschaft befinden (24%). Die größte Anbauregion ist Westjawa, wo sich rund 70 Prozent der Anbaufläche befindet, gefolgt von Nordsumatra und Mitteljawa. Im Vergleich zu anderen Agrarpflanzen benötigt Tee keine so weite Anbaufläche, wie etwa Ölpalmen. Gemessen an der Produktionsmenge ist Tee jedoch der drittwichtigste Agrarrohstoff Indonesiens nach Palmöl und Zuckerrohr. Rund die Hälfte der Teepflanzen in Indonesien sind mittelhochwachsende Teesorten, weitere 20 Prozent hochwachsende Teesorten und die übrigen 30 Prozent flachwachsende Teesorten. Indonesien exportiert hauptsächlich schwarzen Tee (rund 86%), der überwiegend nach Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan, Rußland sowie Polen geht.












