Indonesien ist bereits seit Jahrhunderten als Produzent von Gewürzen bekannt. Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus wurden in Indonesien zahlreiche Gewürze angebaut. Durch fortschreitende Verbesserung im Transport zur See wurden Gewürze seit dem 14ten Jahrhundert zu einem der wichtigsten Handelsgüter in Südostasien. Die Profite, die im Gewürzhandel zu erzielen waren, war einer der Hauptgründe für die Kolonialisierung Indonesiens, die rund 350 Jahre andauerte.
Die wichtige Stellung, die der Gewürzhandel zu Kolonialzeiten eingenommen hat, nimmt er heute nicht mehr ein. Das kommt unter anderem daher, dass zahlreiche Länder als Wettbewerber auftreteten, die während der Kolonialzeit noch nicht im großen Maße im Anbau von Gewürzen aktiv waren. Doch bei vielen wichtigen Gewürzen gehört Indonesien auch heute noch zu den größten Produzenten und Exporteuren für den Weltmarkt., wie etwa bei Pfeffer, Muskatnüsse und Zimt.
Aktuelle Entwicklung
Wenn man die Bedeutung der Gewürzproduktion als Rohstoff für zahlreiche einheimische und internationale Industrien sieht, ist zu erkennen, über welches Potential dieser Sektor verfügt. Die Hauptabnehmer indonesischer Gewürze sind die inländische Zigarettenindustrie (Kretek) und auf internationaler Ebenen die Produzenten traditioneller Medizin, die Lebensmittelindustrie sowie die Kosmetikindustrie, die alle über ansehnliche Wachstumsraten verfügen. Die weltweit steigende Nachfrage nach natür-lichen Produkten (back to nature) stellt einen wichtigen Wachstumsfaktor für die Zukunft der Branche dar.
In Indonesien wachsen über 40 verschiedene Pflanzen, die sich als Gewürz eignen. Bisher wird aber nur eine geringe Anzahl dieser gezielt angebaut, darunter die fünf nach Produktionsmenge wichtigsten Gewürze Muskatnuss, Pfeffer, Zimt, Nelken und Vanille. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Muntok auf der Insel Bangka für weißen Pfeffer, die Region Lampung auf Sumatra für schwarzen Pfeffer und Vanille, die Molukken für Muskatnuß und Nelken, Westsumatra und Jambi für Zimt, sowie Bali für Vanille.
Die geographischen Bedingungen, das Klima sowie der Boden in Indonesien begünstigen den Anbau von Gewürzen in Indonesien besonders. Auf einer Fläche von 871.099 Hektar (Stand 2006) werden die fünf wichtigsten Gewürze angebaut. Rund 95 Prozent der Anbauflächen werden von Kleinbauern bewirtschaftet. Im Jahr 2006 konnten von diesen fünf Gewürzen insgesamt 253.746 Tonnen geerntet werden. Zwei Millionen Haushalte bestritten dadurch ihren Lebensunterhalt.
Der Gewürzverband Indonesiens hat gemeinsam mit dem Agrarministerium das Ziel vorgegeben, Indonesien bis 2020 wieder zum weltgrößten Produzenten von Gewürzen zu machen. Dazu werden ab 2010 Revitalisierungsprogramme gestartet, die brachliegende ehemalige Anbauflächen wiederbeleben sollen. Der Gesetzgeber hat dafür ein neues Reglement erlassen, dass Bauern ermuntern soll, verstärkt sich im Anbau von Gewürzen zu engagieren und zugleich zum Ziel hat den Qualitätsstandard zu erhöhen.
Eine positive Entwicklung im Anbau von Gewürzen kann durch den hohen Beschäftigungseffekt daher neben dem wirtschaftlichen Wachstum auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Lebensstandards vieler Familien im ländlichen Raum beitragen.
Absatzmarkt Deutschland
Auf dem deutschen Markt ist Indonesien einer der wichtigsten Lieferanten für Pfeffer, Muskatnuss und Zimt. Nach Angaben des Fachverbandes der Gewürzindustrie erreichte Indonesien 2008 einen Marktanteil von 13,6 Prozent bei Pfeffer, 41,3 Prozent bei Muskatnuss und 58,1 Prozent bei Zimt. Damit ist Indonesien Deutschlands wichtigster Lieferant sowohl von Zimt und Mus-katnuss, sowie drittgrößter Lieferant für Pfeffer nach Vietnam und Brasilien.
2008 exportierte Indonesien 6081 Tonnen Gewürze im Wert von 12,7 Millionen Euro nach Deutschland. Insgesamt importierte Deutschland 2008 84.936 Tonnen Gewürze aus aller Welt mit einem Gesamtwert von 226,4 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die wichtigsten Wettbewerber auf dem Deutschen Markt sind Vietnam, Brasilien, Indien, Malaysia, Philipinen, China sowie Madagaskar. Rund 61 Prozent der importierten Gewürze werden von den deutschen Konsumenten abgenommen, die übrigen 39 Prozent warden weiterverarbeitet und gehen in den Export.

















