Bereits zum zweiten Mal veranstaltete das indonesische Generalkonsulat in diesem Jahr einen öffentlichen Vortrag am Asien Afrika Institut der Universität Hamburg. Der erste Vortrag im Januar 2011 von Dr. Siswo Pramono vom indonesischen Außenministerium befasste sich mit dem Thema : “The Regional Architecture in the Asia Pacific Region”.
Die Generalkonsulin M. Estella Anwar Bey sprach in ihrer Rede davon, dass diese Veranstaltung ein Teil des Kommitments des indonesischen Generalkonsulats mit Bildungseinrichtungen zusammenzuarbeiten um das Wissen und das Verständnis um aktuelle Entwicklungen in Indonesien zu unterstützen und zu fördern.
Prof. Dr. Franz Magnis-Suseno erläuterte in seinem interessanten Vortrag die demokratische Entwicklungsprozesse in Indonesien sowie den bestehenden Dialog zwischen den verschiedenen Religionen im Land . Seit dem Ende der sogennanten "Neuen Ordnung" habe sich Indonesien zu einer stabilen Demokratie entwickelt, so konnten bereits drei freie demokratische Wahlen erfolgreich durchgeführt werden, ohne das es zu nennenswerten Zwischenfällen gekommen sei. Dennoch gebe es noch einige strukturelle Mängel, wie an der zu hohen Zahl kleiner Parteien zu erkennen sei sowie einer Regierungskoalition, die aus zuvielen Parteien bestünde. Zudem sei das Programm der unterschiedlichen Parteien nicht ausgeprägt genug und es bestünden vor allem noch die Probleme der money politics und Koruption.
Prof. Dr. Magnis Suseno erklärte, dass die Demokratie in Indonesien bereits seit der Unabhängigkeit Unterstützung durch zahlreiche Parteien erhalten hätte, darunter sowohl islamische als auch christliche Parteien. Auch unter den großen außerparteilichen Organisationen im Lande gebe es keine größere Gruppe, die nicht für Demokratie und Pluralismus eintreten. Es gebe einen aktiven Dialog zwischen den Religionen, der zu einem positiven Zusammenleben der einzelnen Glaubenrichtungen führe.
Indonesien hätte der Welt gezeigt, das Islam und Demokratie sich gemeinsam entwickeln könnten. Dennoch gebe es auch heute noch einige Bedrohungen, die sich die junge Demokratie in Indonesien ausgesetzt sehe und die starke und entschlossene Reaktionen der Regierung bedürfe. Dazu zählten die Bekämpfung radikaler Strömungen in der Bevölkerung, sowie Armut und Korruption.
In der anschließenden Fragerunde wurden einige interessierte Fragen der Zuhörer zum Ausdruck gebracht, etwa zur Rolle der Religion bei der Bekämpfung der Korruption, der Nutzen eines interreligiösen Dialogs bei der Bekämpfung radikaler Strömungen, die Relevanz des Religionsministerium bei der Gestaltung eines toleranten Zusammenlebens sowie Fragen zum Anti-Pornographiegesetz.

















